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7 geheime Superkräfte, die jeder Familienhund hat – aber kaum einer kennt

Schon klar, ihr denkt jetzt, ich komme mit den üblichen Argumenten pro Familienhund, also: senkt das Risiko für Allergien und Bluthochdruck, fördert die Sozialkompetenz der Kinder und bringt alle auf Trapp. Alles wahr, aber auch altbekannt.

Doch Familien mit Hund wissen: Ihr 4-beiniger Mitbewohner kann viel mehr. Er verfügt über geheime Superkräfte, von denen haben Hundlose keine Ahnung. Hier verrate ich sie euch!

Dieser Blogpost ist eine Replik auf den Gastbeitrag “Dann eben ein Fisch!” bei Frau Mutter. Ich glaube nämlich nicht nur, das die Autorin den zusätzlichen Arbeitsaufwand überschätzt (mehr dazu beim * am Textende), sondern bin davon überzeugt, dass ein Hund in der Familie allen gut tut – auch den Müttern und Vätern.

Doch jetzt zu den geheimen Superkräften, ganz subjektiv am Beispiel unserer Familienhündin Mimi.


Superkraft Nr. 1: DEZENZ 

Mimi kann so schön schweigen. Ihr seid Eltern? Dann wisst ihr, warum ich diese vordergründig simple Fähigkeit so bewundere. Und das Tollste: Schweigen können alle Hunde! Sie brüllen einem ihre Bedürfnisse nicht entgegen, nein, sie arbeiten nur mit Körpersprache – wie Pantomimen in der Fußgängerzone. Und man versteht sie sofort. Was für eine Wohltat!

Unsere Mimi ist die Großmeisterin des dezenten Winks. Irgendwann erscheint sie in der Küche, ganze 5 kg stille Aufforderung – und guckt. Ja, genau so….

mimi_dinnertimeDamit erinnert sie mich an ihr Futter – und das ist dezenter als alles, was meine Kinder zu den Mahlzeiten sonst an Kommunikation über mich ergiessen (“Mamaaaaaaaaa! Ich will aber MIT OHNE APFEL!!!” – “IIIIIIIIEEEH, NEEEE  – DA IS APFEL DRIN!!!!!”).


Superkraft Nr. 2: ROTZ-IMMUNITÄT 

Es gibt Wochen (wie diese hier zum Beispiel), da bin ich einfach froh, dass es zumindest ein Familienmitglied gibt, was sich nicht anstecken kann. :-)


Superkraft Nr. 3: BESTER EHE-KITTER

Wenn mein Mann und ich die letzte Gassirunde spätabends nicht hätten, wäre unsere Ehe vielleicht schon im Eimer viel mehr belastet. So ein Hund bietet einem nämlich einen 1A-Vorwand, beim Ehekrach kurz vor der Explosion auch mal ins Freie zu flüchten. Mehr als 15 min in der stillen, dunklen Abendluft mit dem Hund die gewohnte Runde trotten braucht es meist nicht, um wieder runterzukommen.

Unsere Mimi ist dazu noch ein ausgesprochener Friedensengel. Oft spürt sie unterschwellige Spannungen schneller als wir selbst und kommt dann sofort schlichtend herbeigewuselt.

Ich hab das mal nachgeschlagen (ja, echt jetzt!): Hundeforscher nennen dieses Verhalten “splitten“. So werden potentielle Konfliktgegner innerhalb des Rudels friedlich auseinander gehalten. Es gibt in jedem Rudel Hunde, die das besonders gerne tun – quasi geborene Schlichter.  Und ich bin heilfroh, dass wir so einen Hund erwischt haben.

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Superkraft Nr. 4: WÄRMESPEICHER

Mimi ist die beste Wärmflasche der Welt. Die Wärme eines Familienhundes, der mit einem kontaktliegt, lässt sich nur schwer beschreiben: Sie baut sich langsam auf, wird dann konstant gehalten, driftet nie ins schwitzige, sondern bleibt stets wohltuend und irgendwie tröstlich. Egal, ob Schüttelfrost bekämpft, Bauchkrämpfe gelöst oder Seelenschmerz (weil zB wegen Krach, siehe oben) gelindert werden muss – Mimis Wärme wirkt Wunder.

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Superkraft Nr. 5: KINDER-YODA

Letztens kam unsere Große (6,5 Jahre) von der Schule heim und wurde von unserem Hund erstmals so freudig empfangen wie wir Erwachsenen. Ein wichtiger Moment für unsere Tochter. So begrüsst Mimi nur “Große”.

“Kleine” werden liebevoll gehütet und mit Nachsicht hingenommen – aber “Kleine” zählen in Mimis Welt eher nicht. Sie ignoriert die gekrähten Kommandos unserer Mittleren (“Sitz, Mimi! Siiiiii-hitz!!!), und beim Jüngsten weigert sie sich sogar, mit ihm mal ein paar Meter an der Leine zu gehen (dann hockt sie sich hin und sieht Frauchen beleidigt an).

Warum ich dieses Verhalten für eine Superkraft halte?

Ganz einfach: Die Kinder erleben, dass da in der Familie jemand ist, der unbestechlich ist. Einer, der ihnen freundlich und klar rückmeldet, welche Autorität sie schon besitzen. Und der ihnen bei aller Liebe mit einem einzigen, weisen Blick aus Eulenaugen sagt: “Viel lernen Du noch musst, junger Padawan”.

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Superkraft Nr. 6: DIRTY-JOB-TRAINER

Leute, die sich einen Hund zulegen, weil sie denken, das Tier bereite sie auf das Leben mit Kindern vor, halte ich für lächerlich naiv.

Aber ein Aspekt am Alltag als Herrchen oder Frauchen hilft einem schon, sich auf das Überleben zwischen Feuchttüchern, Windeln, Feuchttüchern, Tempos, Kotzeimern, Medizinfläschchen, Pipi-Unterlagen, Pflastern, Zäpfchen und Coolpacks vorzubereiten. Denn auch mit Hund findet sie statt: Die erzwungene  Transformation zu einem Menschen mit robustem Magen.

Kurz: Wer einen Hundi hat, und ihn von Herzen liebt, ist schon bald vor nix mehr fies. It’s a dirty job, but someone’s gotta do it.   

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Superkraft Nr. 7: ZEN-MEISTER HUND

Streichelt einer seinen Hund, dann ändert sich bei ihm die Körperchemie: Der Adrenalinspiegel sinkt, der Oxytoxin-Pegel steigt, all das sorgt für Entspannung und Wohlbefinden.

Dieser magische Entspannungseffekt beschränkt sich aber nicht allein aufs Fühlen – schon wer einem Hund bei seinen kleinen, alltäglichen Tagesroutinen zusieht, erreicht oft ein Level innerer Ruhe, für den so mancher Topmanager ins teuerste Ashram jetten würde.

ZEN in der Kunst, ein Hund zu sein, das bedeutet morgens zum Beispiel:  Aufwachen – Gähnen. Räkeln. Noch mehr Räkeln. Hochrappeln – Strecken. Zuerst die Vorderbeine – dann die Hinterbeine. Dann nochmal die Vorderbeine. Zum Schluss Schütteln, verhalten Wedeln – und wieder Gähnen (nur korrekt vollzogen mit langer, schwebender Glücksdrachen-Zunge). Immer eins nach dem andern, niemals hektisch. Und dazwischen, für den Großteil eines 24-Std-Tages: Dösen.

Liebe Mimi, ich lerne soviel von Dir – danke, dass Du bei uns bist. <3

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Kennt ihr noch mehr geheime Superkräfte? Oder seht ihr das Thema “Familienhund” eher kritisch? Schreibt mir einfach oder kommentiert! 

*Ach ja ich schulde Euch noch das Sternchen: Also, liebe Autorin des Gastbeitrags bei Frau Mutter…

  1.  Nicht jeder Hund braucht stundenlangen Auslauf. Unserem 5kg-Exemplar reichen zB die üblichen Gänge & Frische-Luft-Einheiten mit den Kindern. Gut, dann noch die kleine Gassirunde abends. Aber die (s.o.) hat halt auch ihre Vorteile.
  2. Auch nicht jeder Hund verliert Haare. Unserer (Havaneser) zum Beispiel nicht – auch andere Rassen wie zB Pudel verlieren keine Haare, gelten daher auch als allergikerfreundlich. Hier eine Liste kleiner, nichthaarender Hunderassen.
  3. Impftermine? Das ist einmal im Jahr. Kann man schaffen.
  4. Welpenpipi bedroht den Designerteppich im Schnitt nur für ca 3-4 Monate (kein Vergleich mit menschlichem Nachwuchs, oder?). Die allermeisten Welpen, wenn sie mit frühestens 9-10 Wochen in die Familie kommen, haben darüber hinaus schon gelernt, bis zur Stubenreinheit eine Zeitung in einer Ecke aufzusuchen.

Lieben Gruß, Angela

PS Ok, und wenn es dann halt mal passiert? So what, dann wischt es halt weg – freundlich beobachtet von SO EINEM hier…:-)

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6 Comments

  1. Una Geiger Una Geiger

    Kann ich nur voll und ganz zustimmen … wir haben ein ganzes Rudel und alle haben hier ein oder zwei oder sogar mehr geheime Superhundkräfte. Und abends wenn alles gnaz stil ist, dann kann man sogar das Rascheln der Superhundcapes hören :)
    Eure Mimi ist ja goldig, wir haben auch eine kleine Havaneser Dame mit Namen Chandini. Daneben gibt es noch den Super-Podi Careto, Dark-Dog Balu (großer schwarzer Mix), die Luluzei (Dorkie) und Super-Sammy (Mix)

    • Wow, fünf Hunde, das ist beeindruckend! Fänden meine Kinder toll….aber unsere Mimi wär wahrscheinlich etwas beleidigt. Sie ist gerne der einzige Hund im Haus. :-)

  2. Steffi Steffi

    Superschön geschrieben und genau auf den Punkt getroffen :-)

    • Freut mich, Dankeschön für das Kompliment! Ich könnte in der Tat ROMANE über Mimi schreiben…aber das interessiert ab Seite 2 vermutlich nur noch die innerfamiliäre Leserschaft. 😉 LG, Angela

  3. […] 5. Überhaupt, Dein Vater. Was soll der ohne Dich anfangen? Deine Schwester klebt an mir, Dein Bruder klebt an seinem Fussball und was hat Dein Vater zum Kleben? Naja, zur Not bleibt der Hund. […]

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