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Brief an mein Ferienkind…

Meine geliebte Große,

jetzt bist Du schon fast eine Woche bei Deinen Großeltern, gehst jeden Tag mit Opa ins Spaßbad und Inliner fahren, bastelst und backst mit Oma, bekommst zu jeder (!) Mahlzeit einen Nachtisch und hast auch sonst eine Superzeit. Ich freue mich riesig mit Dir über diese TOP-Ferien und will nicht, dass Du Dir auch nur eine Millisekunde Sorgen um uns Daheimgebliebene machst. Deshalb schicke ich diesen Brief auch nicht ab, denn…

Du fehlst uns!335B587700000578-3549376-Sad_upset_confused_or_stressed_come_to_mind_when_many_people_use-a-6_1461144171757

Ist das nicht verrückt? Da bist Du gerade fünf Tage weg und wir hier merken unter Schmerzen, was Du kleine Zweitklässlerin für uns tust, jeden Tag – und was vor allem Deine ignorante Mutter einfach so als gegeben nimmt. Ich zähl’ mal auf…

1. Seitdem Du weg bist, muss ich wieder jede Nacht zu deinem kleinen Bruder. Ohne seine größte Schwester im Nebenzimmer ist es ihm plötzlich gruselig. Wusstest Du Tiefschläferin, dass Dein Schnarchen anscheinend alle Drachen und Monster verscheucht, die sich nach Einbruch der Dunkelheit in unserer Nachbarschaft herumtreiben? Ich wusste es nicht – und hab’ jetzt pünktlich zum Start meines “mütterfeundlichen Schlafbuchs” wieder Augenringe. Hmpf.

2. Nein, deine jüngere Schwester ist dem Männchen kein Trost. Obwohl sie sich tagsüber redlich Mühe gibt, Deine wohlwollendes “Regiment” zu kopieren. :-)

Alexas_Fotos / Pixabay

3. Überhaupt gibt es viel mehr Diskussionen, Trotzanfälle, Zähneputz-Gezeter, Verzögerungen, Zwergenaufstände bei allen Routinen. Und ich stelle fest, wie oft ich Dich im Alltag als “Harry-hol-schon-mal-den-Wagen” einsetze. Dabei wollte ich Dir das ersparen, schließlich bin ich selbst eine älteste Schwester, die früher auch ständig Aufpassen, Rücksichtnehmen, Vernünftigsein musste. Doch jetzt bist Du, mein kleiner Deputy, im Urlaub, und mir wird klar, wie viel ich doch an Dich delegiere. Shame on me! Das muss ich unbedingt werde ich ändern. Versprochen.

derrick_harry

4. Sicher ist es nett, in dieser Woche jetzt etwas früher Feierabend zu machen (Deine Geschwister fallen nach obengenanntem Gezeter um 19:30 ins Bett, und lesen nicht wie Du noch „Sams“ bis kurz vor neun). Aber Deinem Vater und mir fehlen die Gespräche mit Dir, die Erörterungen am Abendbrottisch und beim Gutenachtkuss, wer denn nun was zu wem in der großen Pause gesagt hat, wer mit wem im Clinch liegt, dann die aktuelle Wackelzahn-Statistik und wer wen dereinst heiratet. Besonders vermissen wir, wie Du die Höhepunkte dieser Stories anmoderierst: “Und dann – pass auf! – jetzt kommt das SPANNENDE:….”
Ja, Du fehlst uns! Ganz furchtbar schrecklich.

Giuliamar / Pixabay

5. Überhaupt, Dein Vater. Was soll der ohne Dich anfangen? Deine Schwester klebt an mir, Dein Bruder klebt an seinem Fussball und was hat Dein Vater zum Kleben? Nun ja, zur Not bleibt der Hund. 😀

6. Und was macht Deine Mutter? Schmachtet Deine Babyfotos an (“sooo klitzeklitzeklitzeklitzeklein war sie damals!”) und schreibt Dir Liebesbriefe, die sie nicht abschickt.

In diesem Sinne – wir freuen uns sooo, wenn Du ab Wochenende wieder bei uns bist!

In Liebe,
Mama

PS Für die Statistik: Deine Schwester hat ihren ersten Wackelzahn!

johanna_babyschlaf_web

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