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Buchtipp – Sylvia Englert: “Der kleine Warumwolf”

Sylvia Englert kannte ich bisher eher über ihre Sachbücher für Autoren – es gibt zum Beispiel ein tolles Buch von ihr zum Thema Manuskript-Überarbeitung. Sie schreibt aber auch sehr erfolgreich Kinder- und Jugendbücher  (u.a. unter dem Pseudonym Katja Brandis). Ihr neues Buch für Grundschulkinder haben wir gerade für uns entdeckt und ich will es Euch hier empfehlen.

Es heißt “Der kleine Warumwolf” und ist das perfekte Vorlesebuch für Sieben- bis Zehnjährige. Hier unten meine Rezension dazu, die ich auch auf Lovelybooks und bei Amazon gepostet habe. Viel Spaß!


Inhalt:
Finn geht gern in die Schule und ist gerade in die 2. Klasse gekommen. Doch den Schulweg – 20 Minuten hin, 20 Minuten zurück – muss er allein laufen und dabei langweilt er sich immer furchtbar. Da läuft ihm eines Tages einen kleiner Warumwolf über den Weg. Dieser weicht ihm fortan nicht mehr von der Seite und löchert ihn – schließlich ist er ein Warum-Wolf – mit Fragen zu allen möglichen Themen. Kein Problem für Finn: Wenn er eine Antwort nicht weiß, erfindet er einfach eine. Zum Beispiel…

“Warum wachsen auf Bäumen eigentlich keine Fleischbällchen?” (…)
Finn grinst, da fällt ihm doch gleich eine super Antwort ein. “Hier gibt’s solche Bäume nicht. Die sind in Europa ausgestorben.”
“Warum?” Der kleine Wolf spitzt die Ohren.
“Ist doch klar wegen der fleischfressenden Pflanzen”, erklärt Finn. “Die haben – zack, zack, zack – alles abgefressen! Aber in Australien, da gibt es noch Bäume, auf denen Würstchen wachsen. Und Sträucher mit Schnitzeln dran. Ab und zu kann man auch Fleischbällchen ernten, aber die werden erst im Winter reif. Wenn es kühl ist, halten sie länger.”

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Doch Finn und sein kleiner Wolf denken sich nicht nur ulkige und verrückte Geschichten aus. Während des Schulwegs erleben sie auch spannende Abenteuer: Sie treffen auf Justin, den Klassenschreck, besuchen Finns Stiefpapa in der Arztpraxis und freunden sich mit Lina an, einem Mädchen aus Finns Klasse, das er sehr mag.

Als das Schuljahr endet, sind Finn und der Warumwolf dicke Freunde. Und jetzt kann Finn das Ende der Ferien kaum erwarten. Denn er freut sich auf den Schulweg – und jedes Mal 20 Minuten Abenteuer mit seinem besten Freund und vielen, vielen “Warums”.

Form:

Jede der 15 Geschichten hat eine in sich abgeschlossene Handlung, man kann nach der ersten Geschichte also auch querbeet lesen. Von der Länge her eignen sie sich perfekt als Gutenacht-Geschichte. Auf fast jeder Seite finden sich liebevolle Illustrationen zur Handlung, mal farbig, mal schwarzweiß. Das Buch besitzt einen stabilen Einband und macht insgesamt einen sehr wertigen Eindruck – auch daher eignet es sich perfekt zum Verschenken.

Bewertung:
Ein richtig schönes Buch! Der Wolf ist zum Liebhaben, Finn ein netter, aufgeweckter Junge und vor allem die Dialoge und die Erzählperspektive fand’ ich extrem gut getroffen. Ja, so reden Zweitklässler miteinander, so ähnlich denkt auch meine Siebenjährige über die Welt, das sind ihre Themen – und die Dinge, über die sie lacht.

Für die beiden jüngeren Geschwister (4, knapp 6) musste ich beim Vorlesen hin und wieder aufdecken, dass Finn gerade “Quatsch erzählt”. Doch das fand ich nicht schlimm, schließlich richtet sich das Buch klar an die Zielgruppe “Grundschulalter” – und die erkennt und schätzt es, wenn eine Geschichte auch mal ins Spinnerte abdriftet.

Was mir an dem Buch (abgesehen von vielen herrlich verrückten Einfällen) auch noch besonders gut gefallen hat, ist die Lebensnähe. “Der kleine Warumwolf” spielt nicht in einer Normcore-Idylle wie aus der Rama-Werbung (oder den Conni-Büchern) sondern bleibt im Hier und Jetzt: Finns leiblicher Vater schickt ihm nur zum Geburtstag mal’ ne Postkarte, er ist oft genervt von seiner pubertierenden Halbschwester Pia und auch Finns Mama muss Überstunden “im Computergeschäft” machen, so dass er nach dem Hort zur Praxis seines Stiefvaters geht. Und all diese Details fließen einfach so ein in den Text – ohne übertriebene message, ohne besondere Bedeutungsschwere. Denn “Der kleine Warumwolf” ist trotzdem ein Wohlfühlbuch, ein Buch zum Staunen, Freuen und Lachen.

Fazit: Klare Leseempfehlung. :-)

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