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7 Gründe, warum jede Mutter mal die Wut packt…

Erst neulich ist es wieder passiert: Irgendein Backpacker wurde in den Rockies von einer Bärin getötet, die sich und ihre Jungen bedroht sah. In rasender Wut sei das Tier auf den Mann losgegangen, las ich, er habe nicht den Hauch einer Chance gehabt.

Die meisten wähnen hinter dieser Wut den Schutzinstinkt der Bärin. Als Mutter weiß ich jedoch, dass mehr dahinter steckt – ja, ich weiß sogar, wie Mama Bär an diesem Morgen wahrscheinlich drauf war.
Sie dachte..

Shit! Dieses Mutterding geht mir heut voll auf die Nüsse! Aber warum bin ich so gefrustet? Okay, zählen wir die Gründe mal auf…

Erstens: Ich bin eine Rabenbärin! Ich pack’s einfach nicht!

Warum kann ich als Mama nicht so geduldig, gelassen, kreativ, motivierend sein, wie ich es mir so wünsche? Was hatte ich mir das schön ausgemalt:

Unsere kleine Familie in der Bergeinsamkeit auf einer Alm voller Wildkräuter. Weiter unten im Tal rauscht der Gebirgsbach, die Lachse springen – und ich als Mama mittendrin, mit seidigem Fell (die Hormone!) und einem beseelten Lächeln um die Schnauze.

Ich döse in der Sonne und stille den Nachwuchs, der sich derweil selig an mich kuschelt….Was ein Stuss!! 

Unsplash / Pixabay

Stattdessen latsche ich den lieben langen Tag im Dienst der Familie durch die Ödnis, gleichzeitig überfordert und zu Tode gelangweilt.

Ich grunzte, raunzte, drohe, brüll’ die Jungen in einem fort an, so dass sie schon gar nicht mehr hinhören. Ich fühl mich erschöpft und ausgezehrt, mein Fell ist stumpf, meine Augen blutunterlaufen – und ich ertappe mich dabei, wie ich all die Sprüche bringe, die ich als Bärenmutter nie, nie, nie sagen wollte.

Gestern hab ich Bärchen Nr. 3 sogar richtig zusammengeschrien, schrecklich!  Allerdings, ich lieb sie ja über alles, aber….

 Zweitens: Gott, was können diese Bärchen nerven!

Ständig klettern sie auf einem rum, hängen einem im Fell, wollen ‘Schmusen’ (darüber hat das nuf hier toll geschrieben) rammen einem die Krallen ins Auge und reissen einem an den Zitzen.

Und dann streiten die sich DIE. GANZE. ZEIT. (jaja, ich weiß, Lieblingsmotiv von Tierfilmern, Aussenstehende finden das blöde Gekloppe ‘putzig’).

skeeze / Pixabay

Aber am meisten nerven die Mahlzeiten: Da steh’ ich stundenlang todmüde im Eiswasser, damit diese Brut ihre artgerechte und für die Entwicklung beste Mahlzeit kriegt, und was passiert?

Die knallen mir den handgefischten Lachs vor den Latz und nölen, sie wollten lieber wieder zu den Mülltonnen vom Trailerpark!

Ich meine, #regrettingmotherhood, soweit würd’ ich nicht gehen – aber hätten es damals ein paar Flöhe im Pelz fürs Ausleben meiner mütterlichen Instinke nicht auch getan?

skeeze / Pixabay

 …und Drittens: dieser Kerl, den die Bärchen ‘Papa’ rufen! 

 GRRRRrrrrrrrrrrrrr, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll…..darf nicht drüber nachdenken…

Direkt nach der Brunft ist er “ins feindliche Leben” entschwunden, denn um so Alltags-Kleinklein kann er sich “jetzt echt nicht auch noch kümmern.” So als Vollzeitbär.

In letzter Zeit hat er leider auch wahnsinnig viel um die Ohren – sie brauchen ihn für Großes, also Ausland, einmalige Chance…

Scheisse. Hätte ich damals doch besser den Storch gedatet – oder gleich den Stichling …

beeki / Pixabay

Viertens: Ich will auch Karriere machen! Aber wer lässt mich?

Nein, ich muss nichts mehr sagen, zum Thema Vereinbarkeit. Oder zum Thema Familienfreundlichkeit. Das machen andere viel besser als ich. Und wie es erst als alleinerziehende Menschenmutter ist, weiß ich nicht, dafür andere.

Ich bin nur eine einfache Bärin – und von der gläsernen Decke eh’ mehr als eine Steilwand entfernt.


Fünftens: Wenn ich dann trotzdem etwas hinkriege – dann fallen die anderen Bärenmütter über mich her! 
Was für Krabben und Menschen gilt, trifft auch Bären – wie Du’s auch machst, irgendeine andere Mutter findet es unmöglich. Und lässt es Dich spüren.

Ich soll nicht hinhören und mir ein dickes Fell zulegen? Liebe Ignoranten, das brauch ich eh’ schon – “mommy wars” unter Bären sehen SO aus…

sipa / Pixabay

…und dann, als das Allerletzte: diese Scheißwölfe mit ihrem Experten-Geheule!

“Jaaaaaa, was machst du dir auch so einen Stress? Es braucht ein Rudel, um ein Junges zu erziehen! Mütter müssen auch mal abgeben können! Und überhaupt: Sei ein Leitwolf!”

Ja verdammt, ihr Klugscheißer! Ich bin ein BÄR, schon gemerkt? Unsere ganze Gesellschaft besteht aus Einzelgängern!

Die Oma wohnt fünf Tagesmärsche entfernt, Onkel Bruno hatte ein bisschen Pech in Bayern – und wenn ich die Kinder ihrem Erzeuger aufs Auge drücke (falls der mal da ist), dann frisst der sie in einem gedankenlosen Moment vielleicht sogar auf.

In der heutigen Zeit wuppt Mama das allein, bärenseelenallein.

Pixel-mixer / Pixabay

Tja, Leute, so isses, so geht’s mir an besagtem Tag.

Ich hänge also gerade auf dieser Wiese, hab einen Bärenhunger, weil seit fünf in der Früh noch nichts gegessen und gerade pinkelt mir Bärchen Nr 4 wieder aufs frische Tannengrün.

Und dann? Taucht dieser Backpacker-Arsch auf und flötet: “Ach, wie schön! Eine Mutter mit ihren Kleinen…was für eine Idylle!”

Ihr versteht was ich meine?

Aber keine Sorge, ich hab aufgepasst: die Kinder haben von seinem Geschrei kaum was mitbekommen.

Mami ist schließlich immer lieb. 😈


Kennt Ihr das Gefühl? Dann kommentiert hier und sagt mir, was Euch die Wand hochtreibt….

skeeze / Pixabay

13 Comments

  1. Simmi Simmi

    Ach, ich schmeiß mich weg!!!! Suuuuper!!!! Ich bin auch so eine Bärin!!!! Total genial dieser Artikel :-) !!!!

    • Dankeschön! :-) Vermute eh, dass Mütter oft tickende Zeitbomben sind…

  2. Silvia Silvia

    Ja, ich habe heute mal nicht gezählt wie oft ich meinem großen Bären Kind Befehle entgegen knurre…. (gefühlte tausend Mal): “Wasch deine Tatzen”, “Beweg deine Tatzen etwas schneller, der Waldbären-Kindergarten wartet”, “Zieh deine Grizzly-Stiefel über es ist kalt”, “Iß deinen Lachs auf, iß deinen Lachs auf, Iß deinen Lachs auf”, “Leck deiner Babybären-Schwester nicht mit dem Bärenschnupfen übers Gesicht” ….. Ich habe neulich mal ausprobiert wie es läuft wenn ich nix sage……dann passier exakt das: Nichts…..

  3. Jule Jule

    Danke!!!
    Genau das brauchte ich heute, jetzt! !!
    Ich bin nicht allein damit,mich allein zu fühlen mit meiner bärenbande?! schön zu wissen, denn wäre mir heute ein backpacker begegnet,dann wärs das für ihn gewesen mit dem backpacken 😉
    Ich bemühe mich jeden Tag, alles hier zu organisieren,versuche mich selbst nicht zu vergessen,aber wo bin ich?wer bin ich? Zur zeit bin ich wohl die bärin,die für gar nichts kraft und nerven hat…zwischen meckern,heulen,brüllen gibts zwar mehr schöne momente,aber dann für die anderen,während ich wäsche mache oder koche oder sauge …es wird besser…bestimmt!!!

    • Ja genau, es wird bestimmt besser – so richtig KLEIN bleiben die Bärchen ja nicht lange :-))

  4. Maddy Maddy

    Vor allem Papa-Bär treibt mich in den Wahnsinn! Immer unterwegs und wenn er dann abends “hilft”, macht er alles verkehrt. Fazit: Mama muss doch allein ins Bett bringen, weil sie das “viel besser kann”. Finden leider auch die Bärchen.

  5. Petra Petra

    Hallo, meine Bärchen, die ich immer Mäuse nannte, sind alle schon aus der Höhle. Jetzt ist es manchmal schon ein wenig still im Haus. Für weitere eigene Bärenkinder ist es zu spät. Die Natur hat den Riegel schon vorgeschoben. Ausgerechnet das jüngste Bärchen droht aber seit einiger Zeit mit einer neuen Generation und dass es endlich wieder lauter würde und dann wäre mir auch überhaupt nicht mehr langweilig. Bin sehr gespannt.
    Und gibt es was schlimmeres wenn der Vater am Abend nach Hause kommt und euer Bärchen mit einigen gezielten jipi rufen und an die Decke werden. So als “Bärchen flieg” wieder putzmunter macht.

  6. […] Zudem lauert der Nachwuchs auf jeden Gesichtsausdruck, auf jedes unbedachte Wort, um es zu seinen Gunsten auszulegen.  („…Mama, hast Du grad EISDIELE gesagt??!!“) Es wird also nur selten vorkommen, dass eine Mutter die Fassung verliert und zeigt, dass sie zB gleich vor Wut die Wand hochgeht. […]

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