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Himmelhochjauchzend…

…zu Tode betrübt – oder warum mein Sohn und ich zurzeit in der gleichen Gefühlsachterbahn sitzen.

Die Wochen, seitdem “Mama schläft jetzt durch” erschienen ist, rauschen nur so an mir vorbei. Ich komme vor lauter reden, Gastartikel schreiben, Werbung machen (ganz analog, so mit Terminen und Plakaten und mit Leuten sprechen) kaum mehr dazu, hier im Blog darüber zu berichten. Aber jetzt!

Heute ist ein ruhiger Feiertag, alle zuhause, ich bin früh auf, also los. Und jetzt wird das eher eine wilde Collage, eine ungeordnete Liste meiner Eindrücke, wüst aus dem Bauch – ganz so, wie mein impulsives Trotzphasen-Söhnchen (3) posten würde, wenn er schon schreiben könnte.

Hilfe! Wenn die ersten Rückmeldungen auf das Buch kommen (zum Beispiel hier und hier), das ist so großartig, aber auch sooo aufregend. Ich zittere immer ein bischen, wenn jemand auf mich zukommt und mich drauf anspricht. Weil ich nicht weiß, was kommt. Smalltalk zum Buch? Eine Lebensbeichte? Ein Totalverriss? Was mir hilft ist strikte Professionalität. Ich bin nicht der Text, ich bin der Autor.

Dann die Buchmesse! Hier habe ich schonmal aufgelistet, wie oft ich schon in meinen früheren “Inkarnationen” dort war – aber als Autor, Leute, das ist das Allerbeste! Frankfurt war wie eine kleine Zeitreise (hier gibt’s ein Foto von mir am Verlagsstand). Ich bin da durch die Hallen gelaufen, hab rechts und links geguckt und an fast jeder Ecke jemanden gesehen, wie er einen meiner früheren Jobs macht.

  • Die blonde Messehostess dort drüben? Ja, ich weiß, wie Die Dich anbaggern und wie Dir die Füße wehtun.
  • Standbesetzung in Halle 4? Kenn ich, die Luft ist weiterhin grausig, aber die Messesnacks sind echt besser geworden.
  • Die kleine Reporterin, die mit Mikro über die Gänge flitzt? Ja, ich weiß, es ist cool, die heißesten Schriftsteller der Saison zu treffen. Aber noch viiiel cooler ist es, wenn die eigene Arbeit eben nicht nur in 3:30-Morningshow-Minuten oder einem 50-Zeilen-Interview für die Wochenend-Beilage resultiert.

Meinem Sohn könnte ich es so erklären: Ich hab’ mal als kleine blonde Raupe angefangen, verschiedene Häute dabei gesprengt, dann war ich ne Puppe im Kokon – und jetzt, jetzt bin ich ein Schmetterling. :-)

Magdebuerger / Pixabay

Vor 10 Tagen saß ich verkabelt (!) vor einer Kamera (!!) auf einem Podium in Hannover auf der Messe. Himmel, was war ich nervös! Und es war proppenvoll, Hundertschaften junger Eltern drängten sich durch die Gänge und mittendrin schwitzte ich im Interview als – buhahahahahaaa! – Expertin. Verrückt!

Dazu eine Frage: Wer von Euch war schon einmal auf einer Babymesse? Ich noch nie! Und, ich will ehrlich sein: das wär auch nix für mich, wenn ich noch ein Baby hätte. Also, da ist Wochenende, Oktober, noch nicht ganz schlechtes Wetter, man hat frei und Zeit – und dann stürzt man sich und das Baby in eine stickige Messehalle? Versteh’ ich nicht. Aber, hey, zumindest bei meiner Lesung hoffe ich, konnten sich einige etwas entspannen.

Ahhh *wutschrei*, das Amazon-Ranking macht mich fertig! Es ist wie eine Sucht. Bin ich unter den ersten 30 in der Rubrik? Ist mein Ranking noch fünfstellig? Komplett gaga, vor allem wenn man weiß, wie irreführend diese Zahlen sind, aber so ist wohl der Mensch, sehnt sich nach Anerkennung und dem flüchtigen Hauch des Erfolgs.

Natürlich habe ich heut’ früh auch schon nachgesehen. Ich bin Platz 19 in “Familie & Erziehungshandbücher”, und im Gesamtranking bei 19.804. – Jau! (mal schaun, wie viele Stunden das vorhält)

Und dann saß ich gestern nach Jahren zum ersten Mal wieder vor einem Mikro, nur dass ich diesmal kein Interview gemacht, sondern eins gegeben habe. Lustig, als Radiofrau war ich seinerzeit bestenfalls Mittelmaß – aber die Jahre im Studio helfen jetzt, locker zu bleiben und so ein Interview recht stressfrei runterzuschnullern (gibt’s das Wort? bei mir schon).

goszka / Pixabay

Daher hier mein philosophisches Wort am Ende (passend zu Allerheiligen): Wie Steve Jobs es so schön auf den Punkt gebracht hat: “connecting the dots” – nur wenig ist in so einem Berufsleben wirklich sinnlos. Eure lächerlichsten Irrtümer, die absurdesten Nebenjobs, die Pleiten und Pannen, alle vermeintlichen Umwege zahlen irgendwann ein aufs Konto und machen uns zu dem, was wir sind.

In meinem Fall zu jemand, der Bücher schreibt und weiterhin Achterbahngefühle hat wie ein dreijähriges Kind. :-)

jgojtan / Pixabay

 

 

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